Restverwertung

Bei den neuerlichen Gimmeltrips mit Andy mussten wir feststellen, dass dort einige neue Linien entstanden sind welche sich unserer Meinung nach etwas zu fest zwischen die bestehenden Klassiker zwängen.

Erstbegehungen sind natürlich ein integraler Bestandteil der Kletterkultur aber es scheint mir, dass viele dieser neuerlichen Schöpfungen nur der Beschäftigungstherapie oder Selbstbestätigung dienen. Irgendwann muss sich jeder Kletterer damit abfinden, dass der Felsen abgeklettert ist oder die verbleibenden Touren einfach zu schwer sind.

Unglückliche Beispiele gibt es auch im Jura genug. Der Barbarella-Linkseinstieg, der 3-Bolt-Krüppel rechts von der Angensteiner (Schaue), die missglückte Traumtour visavis von Speckschwarte oder auch der Muggenberg könnten hier namentlich genannt werden.

Falls jemand im Jura eine wunderbare neuen Linie entdeckt ist dagegen wenig einzuwenden aber in den traditionellen Gebieten bitte nur mit Zurückhaltung und sobald wie möglich mit Klebeanker nachrüsten. Kombis bitte nur ohne neue Haken zu bohren. Nicht dass an der Falken eines Tages mehr Eisen hängt als an Ghadaffis Revers oder der Gempen ein Plastikgebiss bekommt wie die Fahrnernzähne. Merci.

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6 Responses to Restverwertung

  1. Max says:

    Jaaa… Aber: Die Paraplegikerkante (aka Good bye Blue Sky) ist doch voll die Traumlinie! Eine überhängende Kante, als einzige Linie an einem freistehenden Block: Was will man mehr? …Des einen Traum, des anderen Abschaum…

  2. Patrik says:

    Nano an der Schauenburg:
    Zugegebenermassen eine kurze Aufwärmübung zu den ansonsten doch sehr langen Routen an der Schauen. Aber wenn schon Kritik , dann bitte richtig hingucken: Der “Krüppel” hat 4 Haken, verläuft in festem Fels und tangiert immerhin nirgends auch nur im entferntesten eine andere Linie! Zudem bietet er durchaus sehr lohnende Kletterzüge (schwieriger als es aussieht…) an eigenartigem Fels – probieren!

    Ich bin eher etwas skeptisch, was gewisse Neurouten z.B. an der Tannenfluh, Ingelstein oder an der Schauen angeht, betreffend der Felsqualität. Da wurden also richtige Geröllhalden eingebohrt aber der Pflasterkübel vergessen…

    Oder wenn Linien, direkt am Wanderweg auf die Wasserfallen, Kletterhallenmässig ausgestattet und beschriftet werden, obwohl dies per Gesetz dort eigendlich verboten wäre! Da entsteht durch eine neue Variante an der Falken oder Muggenberg für die Kletterei sicherlich weniger Stress!

  3. Sam says:

    Da muss ich mich verrechnet haben. Der plakative Journalismus gibt halt am meisten Leser. Au ja, das wasserfallenverbrechen hab ich ganz vergessen. Ich frage mich ob es nicht eines Tages mal auch richtig Ärger gibt wegen der Pflasterei am New Rap…

  4. Reto says:

    Ciao Sämi,

    Shit. Was genau ist den hinzugebohrt worden?

    Kombinationschaos braucht es wirklich nicht.

    Gruss
    Reto

  5. Richi says:

    Kann da nur zustimmen was die Verbohrung letzter Restflächen betrifft. In den fernsten Gängen meiner doch schon leicht in die Jahre gekommenen Hirnwindungen vermute ich doch noch so ne Art Ethik was das Einbohren und Sarnieren betrifft (siehe auch diese Multi-IG-Tafel, da steht’s schwarz auf Blech). Aber wen interessiert’s und Sika sei Dank findet sich doch immer noch das eine oder andere Variäntchen. Beim Sarnieren wird dann grad mal mit der grossen Kehle angerichtet, unter Super+++ geht’s schon gar nicht. Über das vernageln der wenigen Clean-linien im Rahmen der massentauglichen Gesamt-Sarnierung, brauch ich fast keine Worte zu verlieren, die Liste wär zu lang. Alle sollen da probieren können, das Argument, nicht nur die Guten. Gut und Böse, das Schöne liegt so nah. Nicht jeder/jede muss überall hochkommen und vergesst nicht, Sporthängen ist vielleicht auch mal out. Und wer mal ein Meter neben ner bestehenden Route ne Variante entdeckt kann sie ja auch im toprope klettern und sich ganz einfach freuen und erst noch auf unnötige Bohrarbeit verzichten, dafür mehr klettern !! Jahrelang hat das eigentlich recht gut funktioniert. Aber vielleicht sollt ich nicht zu tief vordringen in diese längst vergessenen dunkelsten Hirnwindungen und einfach nur Klettern und Bouldern gehen… Hat da jemand was von ner Flex gesagt… Ach nicht… Hab wohl geträumt…

  6. Sam says:

    vielleicht sollte man den kauf einer batteriebetrieben flex in betracht ziehen ;-).

    Gimmel: zwischen küche und femme neu brett des fakirs. Rechts von goldfinger eine neutour die aber nach rene wieder weg soll. zwischen tornado und unter wasser zwei meiner meinung nach schrottmoggelis von welchen ich das schicksal nicht weiss. soweit aber keine kombis… Hab rene mal ein liebe mail geschrieben und er hat sich sehr verständnisvoll gezeigt. kann ja nicht schaden wenn du das thema mal ansprichst.

    P.S: Phuu die hexe ist hart. vielleich muss die bis nächstes jahr warten. warst du mal noch oben. der tornado soll nach gimmli gut sein!

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